Eltern – vor allem Frauen* – können nach der Geburt oft nicht wieder Vollzeit arbeiten, weil die Möglichkeiten zur Kinderbetreuung fehlen oder zu teuer sind. Daher braucht es einen Rechtsanspruch auf kostenlose, qualitativ hochwertige Kinderbetreuung, die mit einem Vollzeitjob vereinbar ist – wenn die Eltern das wollen.

Story

Anna, 43, ist verheiratet, Mutter* des vierjährigen Lukas und lebt in einer Kleinstadt. Sie kann nur Teilzeit arbeiten, weil die Öffnungszeiten des Kindergartens nichts anderes zulassen. Weil ihr Mann* aus gesundheitlichen Gründen nur sehr wenig verdient, steht die Familie unter hohem finanziellen Druck. Hinzu kommt der hohe soziale Druck: Ihr Bub leidet darunter, dass er immer als Letzter abgeholt wird und sie, weil sie als „Rabenmutter“ ihr Kind nicht, wie fast alle anderen, nach dem Mittagessen abholt.

Das fordert das Frauen*Volksbegehren konkret:

  • Den Rechtsanspruch auf kostenlose, qualitativ hochwertige Betreuung für jedes Kind bis zum 14. Lebensjahr unabhängig vom Wohnort und Erwerbsstatus der Eltern

  • Die Vereinbarkeit der Betreuungseinrichtung mit einer Vollzeitberufstätigkeit der Eltern, also ganztägige und ganzjährige Öffnungszeiten sowie leichte Erreichbarkeit

  • Vereinheitlichte bundesweite Qualitätsstandards für eine bedarfsorientierte Betreuung und eine individuelle (Früh-)Förderung

Warum braucht es einen Rechtsanspruch auf kostenlose Kinderbetreuung?

Gerade für Kinder unter drei Jahren fehlen in Österreich qualitativ wertvolle Kinderbetreuungsplätze. Da unbezahlte Arbeit wie Kinderbetreuung nach wie vor eher von Frauen* als von Männern* gemacht wird, können Frauen* oft nur in Teilzeit oder gar nicht arbeiten. Dies ist einer der Gründe, warum Frauen* ein wesentlich niedrigeres Lebenseinkommen und geringere Pensionen als Männer* haben. Der flächendeckende Ausbau der Kinderbetreuungsplätze ist daher nach wie vor ein zentrales frauen*politisches Ziel.

Derzeit geht der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze aber viel zu langsam voran. Daher soll jedes Kind ein Recht auf Förderung haben, unabhängig davon, wo es wohnt und wieviel die Eltern verdienen. Der Förderungsauftrag umfasst die Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes und soll dessen Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit ermöglichen. Damit das gelingt, ist eine funktionierende Beziehung zwischen Kind und Betreuungsperson unverzichtbar. Diese erfordert ein Mindestmaß an qualitativen Ressourcen, vor allem im Hinblick auf die Qualifizierung der Betreuungspersonen, die Gruppengrößen und den Fachkraft-Kind-Schlüssel.

Hintergrund

  • Derzeit hängen Platzangebot, Kosten, Betreuungsqualität und Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen in Österreich stark vom Wohnort ab.

  • Für sieben von zehn Kindern unter sechs Jahren gibt es in Österreich keinen Betreuungsplatz, der mit einer Vollzeitarbeit der Eltern vereinbar ist.

  • Nur das letzte Kindergartenjahr vor der Volksschule ist in ganz Österreich gratis: gefördert werden 20 Stunden pro Woche, das Mittagessen ist extra zu zahlen.

  • Für Frauen* in Österreich ist die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Erwachsenen der wichtigste Grund für die Teilzeitbeschäftigung: bei den 15- bis 64-Jährigen für 37,5 % und bei den 25- bis 49-Jährigen mit einem Kind unter 15 Jahren sogar für 80,3 %.

Kontakt

Adresse

Frauenvolksbegehren 2.0 – Verein zur Neuauflage eines Frauenvolksbegehrens in Österreich
c/o DAS PACKHAUS
Marxergasse 24
1030 Wien

E-Mail-Adresse

office@frauenvolksbegehren.at

Telefon

+43 664 514 6322

Spendenkonto

IBAN: AT40 2011 1837 2146 0700
BIC: GIBAATWWXXX

ZVR. 1503460277