Mädchen* und Frauen* sollen aufgeklärt, frei von Zwängen und unabhängig über ihre Sexualität bestimmen dürfen. Daher muss ihr Recht, frei über ihren Körper entscheiden zu können, stärker geschützt und nachhaltiger garantiert werden.

Story

Fabienne ist 15. In letzter Zeit geht es in der Schule oft um Sex. Doch wie darüber gesprochen wird, ist ihr unangenehm. Die Burschen* zeigen Pornos auf dem Handy her, der Sexualunterricht ist einfach langweilig. Sie ist neugierig auf Sex, traut sich aber nicht darüber zu sprechen oder nach einem Termin beim Frauen*arzt zu fragen. Da sie mitversichert ist, würde der nämlich auf der Versicherungsabrechnung ihrer Eltern auftauchen. Irgendwann schläft sie mit Tom, es machen jetzt sowieso schon alle in der Klasse. Verhütet hat sie nicht.

Das fordert das Frauen*Volksbegehren konkret:

  • Die Verankerung und Finanzierung von zeitgemäßer Bildung zu den Themen Sexualität, Verhütung und Schwangerschaft in Schulen und Bildungseinrichtungen

  • Staatlich finanzierte, rechtlich abgesicherte, anonyme und kostenfreie Beratungsstellen in ausreichender Zahl zu Sexualität, Geschlechtsidentität, Verhütung und Schwangerschaftsabbruch

  • Gratis in Beratungsstellen zur Verfügung gestellte Verhütungsmittel

  • Die volle Kostenübernahme von Schwangerschaftstests, Verhütungsmitteln, die eine ärztliche Untersuchung und Beratung voraussetzen sowie von Schwangerschaftsabbrüchen durch Krankenkassen

  • Angebot und Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen in allen öffentlichen Krankenanstalten

Warum braucht es einen leichten Zugang zu Verhütung und Schwangerschaftsabbruch sowie individueller Beratung?

Österreich hat europaweit eine der höchsten Raten an Schwangerschaftsabbrüchen. Das liegt daran, dass Aufklärung und Prävention bei uns schlecht funktionieren. Im Wesentlichen wünschen sich die Österreicher*innen zwei Maßnahmen zur Vermeidung ungewollter Schwangerschaften: Zum einen mehr und bessere Informationen über Verhütung, etwa altersgerechte, ungezwungene sexualpädagogische Angebote an Schulen, einen Ausbau der Beratungsstellen oder mehr Zeit bei Fachärzt*innen. Zum anderen einen leichteren Zugang zu wirksamen Verhütungsmittel.

Da Verhütungsmittel teuer sind, müssen diese auch gratis sein. Schwangerschaftstests und solche Verhütungsmittel, die eine ärztliche Untersuchung und Betreuung erfordern, sind daher von den Krankenkassen zu zahlen. Jede Frau*, die ungewollt schwanger ist, muss zudem in allen öffentlichen Krankenhäuser die Möglichkeit zum kostenlosen Schwangerschaftsabbruch haben – egal, wo sie in Österreich wohnt.

Hintergrund

  • Schulische Sexualerziehung wird oft nur mangelhaft im Rahmen des Biologieunterrichts thematisiert.

  • Mit geschätzten 30.000 Abbrüchen im Jahr befinden sich Österreich im oberen Mittelfeld des Europa-Durchschnitts. Offizielle Statistiken gibt es keine.

  • Die Zahl ungewollter Schwangerschaften kann durch kostenfreie Verhütungsmittel und umfassende altergerechte Sexualerziehung deutlich reduziert werden.

  • Österreich ist das einzige westeuropäische Land, in dem Schwangerschaftsabbruch und Verhütung nicht einmal teilweise von den Krankenkassen bezahlt wird.

  • Der Schwangerschaftsabbruch ist in Österreich geduldet, aber nicht legal. Seit 1. Jänner 1975 wird der Abbruch innerhalb der ersten 16 Wochen nicht bestraft.

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Frauenvolksbegehren 2.0 – Verein zur Neuauflage eines Frauenvolksbegehrens in Österreich
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