Story

Lisa ist 15. In letzter Zeit geht es in der Schule oft um Sex. Doch wie darüber gesprochen wird, ist ihr unangenehm. Der Sexualunterricht kommt immer zu kurz wegen des vielen Lehrstoffs, der „durchgebracht“ werden soll. Sie ist neugierig auf Sex, traut sich aber nicht darüber zu sprechen. Mit den Eltern kann sie darüber nicht reden (und richtige Ansprechpartner*innen hat sie auch keine gefunden). Weil alle „es“ tun, lässt sie sich überreden. Verhütet hat sie nicht und ein schönes Erlebnis war das „erste Mal“ auch nicht. Nun ist sie mit ihrer Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft alleine.

Das fordert das Frauen*Volksbegehren konkret:

  • Die Verankerung und Finanzierung von zeitgemäßer Bildung zu den Themen Sexualität, Verhütung und Schwangerschaft in Schulen und Bildungseinrichtungen

  • Staatlich finanzierte, rechtlich abgesicherte, anonyme und kostenfreie Beratungsstellen in ausreichender Zahl zu Sexualität, Geschlechtsidentität, Verhütung und Schwangerschaftsabbruch

  • Gratis in Beratungsstellen zur Verfügung gestellte Verhütungsmittel

  • Die volle Kostenübernahme von Schwangerschaftstests, Verhütungsmitteln, die eine ärztliche Untersuchung und Beratung voraussetzen sowie von Schwangerschaftsabbrüchen durch Krankenkassen

  • Angebot und Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen in allen öffentlichen Krankenanstalten

Warum braucht es einen leichten Zugang zu Verhütung und Schwangerschaftsabbruch sowie individueller Beratung?

Österreich hat europaweit eine der höchsten Raten an Schwangerschaftsabbrüchen. Das liegt daran, dass Aufklärung und Prävention bei uns schlecht funktionieren. Im Wesentlichen gibt es Bedarf nach zwei Maßnahmen zur Vermeidung ungewollter Schwangerschaften: Mehr und bessere Informationen über Körper, Sex und Verhütung. Dazu zählen altersgerechte, ungezwungene sexualpädagogische Angebote an Schulen, der Ausbau der Beratungsstellen sowie mehr Zeit bei Fachärzt*innen. Zum anderen fehlt ein leichterer Zugang zu wirksamen Verhütungsmitteln.

Verhütungsmittel sind teuer, deshalb sollten sie wie in anderen EU-Ländern gratis sein. Schwangerschaftstests und Verhütungsmittel, die eine ärztliche Untersuchung und Betreuung erfordern, sind daher von den Krankenkassen zu übernehmen.

Jede Frau*, die ungewollt schwanger ist, muss zudem in allen öffentlichen Krankenhäusern die Möglichkeit zum kostenlosen Schwangerschaftsabbruch haben – egal, wo sie in Österreich wohnt.

Hintergrund

  • Schulische Sexualerziehung wird oft nur mangelhaft im Rahmen des Biologieunterrichts thematisiert.

  • Mit geschätzten 30.000 Abbrüchen im Jahr befinden sich Österreich im oberen Mittelfeld des Europa-Durchschnitts. Offizielle Statistiken gibt es keine.

  • Die Zahl ungewollter Schwangerschaften kann durch kostenfreie Verhütungsmittel und umfassende altergerechte Sexualerziehung deutlich reduziert werden.

  • Österreich ist das einzige westeuropäische Land, in dem Schwangerschaftsabbruch und Verhütung nicht einmal teilweise von den Krankenkassen bezahlt wird.

  • Der Schwangerschaftsabbruch ist in Österreich geduldet, aber nicht legal. Seit 1. Jänner 1975 wird der Abbruch innerhalb der ersten 16 Wochen nicht bestraft.

Kontakt

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Frauenvolksbegehren 2.0 – Verein zur Neuauflage eines Frauenvolksbegehrens in Österreich
c/o DAS PACKHAUS
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