Story

Als ich jung war und meine Lehre als Frisörin machte, habe ich nicht an die Pension gedacht. Ich habe immer gearbeitet, selten nur 40 Stunden und heute bekomme ich gute 900€ Pension.

In den meisten typisch männlichen Lehrberufen schaut das ganz anders aus. Das finde ich ungerecht.

Das fordert das Frauen*Volksbegehren konkret:

  • Volle Lohntransparenz durch eine detaillierte Aufgliederung aller betrieblichen Einkommensberichte in sämtliche Gehaltsbestandteile

  • Die verpflichtende Erstellung konkreter Maßnahmenpläne zum Abbau von Einkommensdifferenzen bei gleichwertiger Arbeit durch diejenigen Unternehmen, deren Einkommensberichte geschlechterdiskriminierende Unterschiede aufweisen

  • Sozial- und wirtschaftliche Maßnahmen, die die eklatanten Lohnunterschiede zwischen verschiedenen Arbeitsmarktsegmenten, Branchen und betrieblichen Hierarchien eindämmen und in diesen zu einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis führen

  • Zusätzliche und weiterführende Pilotprojekte mit Vorbildwirkung im öffentlichen Dienst im Bereich der objektiven Bewertung von Arbeit

  • Die Koppelung von öffentlicher Auftragsvergabe und Förderungen an Aktivitäten zur Gleichstellung im Betrieb

Warum braucht es Gehaltstransparenz und gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit?

Laut Rechnungshof-Einkommensbericht 2016 verdienen Frauen* in Österreichs Privatwirtschaft je nach Branche zwischen 57 Prozent und 85 Prozent dessen, was durchschnittlich ein Mann* verdient. Es gibt nur eine Branche, in der Frauen* bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung zumindest 99 % des Einkommens der Männer* verdienen, nämlich im Bergbau. Bei den „sonstigen Dienstleistungen” sind es nur 64 %. Der Einkommensunterschied ist eine Tatsache und liegt nicht allein daran, dass Frauen aufgrund von Pflege und Betreuung oft nur Teilzeit arbeiten können. Er trifft auch Frauen* ohne Betreuungspflichten.

Hintergrund

  • In Österreich müssen Betriebe ab 150 Mitarbeiter*innen einen Einkommenstransparenzbericht veröffentlichen.

  • Diese Transparenz ist aber mangelhaft und hilft nicht, die Einkommensungleichheit zu beseitigen.

  • Österreich liegt mit 21,7 % um über fünf Prozentpunkte hinter dem EU-Durchschnitt für den geschlechtsspezifischen Lohnunterschied auf dem viertletzten Platz.

  • Der Einkommensunterschied bei unselbstständig Beschäftigten betrug im Jahr 2015 38,4 %. Unter Brücksichtigung der Unterschiede im Beschäftigungsausmaß und Beschränkung des Vergleichs auf Vollzeibeschäftigte beträgt der Gender Pay Gap immer noch 17,3 %.

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Frauenvolksbegehren 2.0 – Verein für Frauen*- und Gleichstellungspolitik in Österreich

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