Story

Irina ist 14. Sie weiß zwar, dass es eine „dumme“ Sendung ist, aber sie kann sich vom „Next Topmodel“ nicht losreißen. Zunehmend steht sie kritisch vor dem Spiegel und findet immer mehr Stellen an sich, die nicht so aussehen, wie sie es sich wünscht. Täglich schminkt sie sich, trainiert und kontrolliert ihr Gewicht, Gleichzeitig ist sie unglücklich über ihre sich nun weiblich entwickelnde Figur. In der Klasse ist es unter den Mädels* gerade in, sich über verschiedenste Diäten auszutauschen, einige nehmen sogar Appetitzügler. Irina lässt immer öfters einzelne Mahlzeiten ausfallen, als der erste Liebeskummer kommt und sie schulische Probleme hat, rutscht sie in die Magersucht ab.

Das fordert das Frauen*Volksbegehren konkret:

  • Verbot von Werbungen, Marketingstrategien und sonstigen kommerziellen Medieninhalten, die Menschen in abwertender, stereotyper und/oder sexistischer Weise darstellen

  • Gesetzliche Verankerung einer geschlechtersensiblen Ausbildung aller Pädagog*innen mit bundesweit einheitlichen Standards und Evaluationsmaßnahmen, sowie staatliche Finanzierung und gesetzliche Verankerung von Institutionen und Beratungsstellen, die in diesem Bereich Schulungen, Aus- und Weiterbildung anbieten

  • Verbot der sexualisierten Darstellung Minderjähriger

  • Verbot von geschlechterdiskriminierenden und stereotypen Darstellungen in Kinder- und Jugendmedien, insbesondere in Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen

  • Presseförderungsbonus für alle Medien, die sich in der Blattlinie zu einer geschlechtersensiblen, klischeefreien Berichterstattung bekennen

Warum braucht es ein Verbot sexistischer Werbung?

Medieninhalte und Erziehungskonzepte sind von Bildern und Vorstellungen geprägt, die Menschen in stereotyper Art und Weise darstellen. Auch wenn darüber schon lange diskutiert wird, hat sich daran wenig geändert. Frauen* werden entweder als Mütter oder Karrieremenschen, fürsorglich-emotional oder egoistisch-kalt, leicht bekleidet und sexuell verfügbar oder prüde dargestellt/verkauft. Ab einem gewissen Alter werden sie glatt übersehen.
Männer* werden hingegen als sportlich, beruflich erfolgreich, politisch aktiv und dominant abgebildet. Es gibt mittlerweile hie und da eine homosexuelle Figur in Fernsehserien, im medialen Alltag kommen Menschen mit „unüblicher“ Geschlechtsidentität oder sexueller Orientierung hingegen nicht vor. Diese Schieflage führt zu einer diskriminierenden Öffentlichkeit und hat Auswirkungen auf die physische und psychische Integrität und damit auf die Gesundheit von Menschen.

Vor allem in Hinblick auf mögliche schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit bringt ein Verbot sexistischer Werbung eine Verbesserung.

Denn was verliert eine Gesellschaft, in der es keinen Sexismus in Werbung und Medien mehr gibt? Nichts. Was gewinnt eine Gesellschaft, in der Mädchen* und Frauen*, aber auch Buben* und Männer* so dargestellt werden, wie sie sind und wie sie sein wollen? Sehr viel.

Hintergrund

  • Werbung sexualisiert: Frauen* werden leicht bekleidet, mit geöffneten Mündern, geschlossenen Augen, verklärten Blicken, herausgestreckten Zungen, gespreizten Beinen, mit in den Mund gesteckten Fingern usw. dargestellt – sie werden als „erotisch engagiert“ und verfügbar dargestellt.

  • Sozialwissenschaften und Bildungswissenschaften haben herausgefunden, dass schon bei Kleinkindern strikte Geschlechterrollen vorgegeben werden, die nicht nur für Mädchen* sondern auch für Buben* negative Folgen haben.

  • In Island, Norwegen, sowie in Bremen und einigen Berliner Bezirken wurden bereits erfolgreich Verbote sexistischer Werbung durchgesetzt.

  • Medien sind in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Schon bei kleinen Kindern gibt es eine “Sozialisierungsfunktion”, Kinder lernen aus den Medien, was als “normal” gilt.

  • Die UN-Frauen*rechtskonvention sieht vor, dass jede Diskriminierung von Frauen* beseitigt werden soll – die Vertragsstaaten, darunter auch Österreich, sind verpflichtet, dafür geeignete Maßnahmen zu treffen (z.B. "die gesetzliche Definition von sexistischer Werbung als unlautere Geschäftspraktik im Sinne des Wettbewerbsrechts”).

  • Zwar gibt es schon ein relativ gut funktionierendes System der Selbstkontrolle durch den Werberat, aber gegen besonders schlimme Formen von Sexismus gibt es noch keine verlässlichen rechtlichen Möglichkeiten.

  • Nacktheit ist an sich nicht sexistisch. Es geht um „frauen*verachtende Gehirnwäsche“. Die Nacktheit ist dann problematisch, wenn Körper oder Körperteile ohne inhaltlichen Zusammenhang zum beworbenen Produkt dargestellt bzw. als Blickfang dargestellt werden.

Kontakt

Adresse

Frauenvolksbegehren 2.0 – Verein zur Neuauflage eines Frauenvolksbegehrens in Österreich
c/o DAS PACKHAUS
Marxergasse 24
1030 Wien

E-Mail-Adresse

office@frauenvolksbegehren.at

Telefon

+43 664 514 6322

Spendenkonto

IBAN: AT40 2011 1837 2146 0700
BIC: GIBAATWWXXX

ZVR. 1503460277