Monatsmuse im Jänner

Die Monatsmuse ist Inspiration zum Mitnehmen für alle!

Diesmal mit dem Graphic Novel „Blau ist eine warme Farbe“, dem Film „Teheran Tabu“ und der Musikerin Yasmo.

Lesen

Blau ist eine warme Farbe – Julie Maroh

In ihrem Graphic Novel zeichnet uns Julie Maroh in das Leben von Clementine und der blauhaarigen Emma. Die beiden verlieben sich, aber es ist vor allem anfangs schwer für Clementine zur Beziehung zu stehen, denn in Schule und Elternhaus gibt es wenig Toleranz für Homosexualität. Die Zeichnungen lassen mitfühlen und mitdenken, rauzart erzählen sie von einer Liebe, die manchmal zu heftig ist, die oft nicht akzeptiert wird, die trotzdem wunderschön sein kann. Aber ganz klar ist hier auch, dass unsere aktuelle Welt Beziehungen, die von der heterosexuellen Norm abweichen, durch Intoleranz und Hass nicht nur erschweren, sondern auch zerstören kann.

(Wichtig anzumerken hier ist, dass dieses Graphic Novel sehr erfolgreich verfilmt wurde. Julie Maroh allerdings distanziert sich vom Film, da dieser lesbischen Sex nicht authentisch sondern pornographischen heterosexuellen Fantasien entsprechend darstellt.)

***GEWINNSPIEL***

Bis zum 24. 01. 2017 (20:00) verlosen wir auf Facebook mit dem Splitter Verlag ein Exemplar des Graphic Novels! Klick den Link und bewantworte die Frage, und schon machst du mit!

Cover "Blau ist eine warme Farbe" / (c) Marohn / Splitter Verlag

Lugen

Teheran Taboo (2017)

In dem Debütfilm von Ali Soozandeh wird Einblick in das Leben von den drei Iranerinnen Pari, Sara und Donya und dem jungen Musiker Babak gegeben. Ihre Wege kreuzen sich, während sie zwischen neuen und alten Welten, dem Patriarchat und einem Leben in Doppelmoral hin- und hergerissen werden. Immer mehr verstricken sich die Figuren in ihren Lügennetzen, denen sie nicht entkommen können, und die besonders den Frauen grauenhafte Schickale zumuten. Oft scheitert der so dringend notwendige Zusammenhalt an den vielen Tabus, aber in den hoffnungslosesten Momenten zeigen die drei Frauen viel Mut und Stärke, und die Bereitschaft auch Fremden eine Hilfe zu sein. Wie wichtig, sich immer wieder zu erinnern, dass es ohne diese Solidarität nicht gehen kann. Durch die animierten Bilder im Rotoskopie-Verfahren wird den Zuseher*innen mehr Distanz zum Verarbeiten ermöglicht, ein Geschmack von Bitterkeit bleibt trotzdem zurück. Aber das ist gut so.

Im Jänner noch in einigen Kinos zu sehen.

Lauschen

Yasmo

Yasmo ist Musikerin, Rapperin und Poetry-Slammerin. Sie ist selbstbewusst, stark und laut, und sie singt unbeirrbar gegen Sexismus und Rassismus, gegen Hass und für Respekt, gegen Ignoranz und für Selbstliebe. All das mit so viel Energie und Coolness, dass es schon passieren kann, beim Zuhören ein bisschen vom Hocker gerissen zu werden. Yasmo ist und bleibt kritisch, aber sie macht Mut! Deswegen ist es so besonders toll, ihr zuzuhören.

Yasmo hat ihr aktuelles Album ‚Yasmo und die Klangkantine’ vor genau einem Jahr veröffentlicht.  

Copyright des Coverbilds dieses Beitrags: http://www.teherantabu-film.de/

Bei Fragen, Anmerkungen, Ideen etc. kontaktiere gerne:

monatsmuse@frauenvolksbegehren.at